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Bevor wir etwas über das Thema sagen können, sollen wir vorher die Begriffe abklären, welche wir benutzen werden.

Also sprechen wir zuerst über das Ritual. Dies repräsentiert alle Praktiken und Symbole, die in einer bestimmten Reihenfolge stattfinden und die ein Bewusstsein für die unsichtbaren Realitäten, die innerhalb oder außerhalb der Zeit stattfinden, beinhalten.

Einerseits verweisen wir auf Praktiken als Methoden um verschiedene Symbole lebendig auszudrucken. Auf der anderen Seite stellen die Symbole selbst echte Portale dar, die uns mit spirituellen, unsichtbaren und normalerweise unzugänglichen Realitäten verbinden.

So stellen Bestattungsriten die Gesamtheit jener Ereignisse dar, die mit dem Ende des menschlichen Lebens zusammenhängen.

Und wir reden über diese Dinge aus einer orthodoxen Perspektive, dh was ist gemeint oder was in der orthodoxen Kirche sollte verstanden werden. Dogmatisch, eine der Besonderheiten der Orthodoxen Kirche ist, dass sie großen Wert auf das geistige Erleben legt. Gott ist nicht bekannt, indem man von Ihm spricht, indem man weiß, was er ist oder was er nicht ist. Sondern, wie jede andere Person, ist Gott nur durch eine direkte und persönliche Beziehung mit Ihm bekannt. Deshalb, egal wie sehr man das Ritual der Beerdigung bespreche würde, wird ein wahres Verständnis davon nur durch ein direktes und wiederholtes Erleben kommen.

Bevor wir die Rituale der Beerdigung in der Orthodoxie tatsächlich analysieren, müssen wir über den Tod sprechen oder wie er in der Orthodoxie verstanden wird.

Und um alles zu verstehen, müssen wir mit Adam und Eva beginnen. Der Mensch wurde von Gott in Seinem Ebenbild und Gleichnis geschaffen, das heißt mit der Fähigkeit, Gott zu sein. Natürlich wird der Mensch ein Mann bleiben, aber er erhält alle Qualitäten Gottes und diese in einer vollkomme Weise. Das Gebot, nicht von einer Frucht zu essen, testet tatsächlich die Fähigkeit des Menschen zu erkennen, dass er, der Mensch, nur in und durch Gott existieren kann. Das heißt, um der Mensch Gott zu werden, muss er in Gott bleiben. Es gibt keinen Gott außerhalb von Gott und es gibt kein Leben außerhalb Ihm, denn Gott ist das Leben und umgekehrt. Nur durch Einheit und Vereinigung mit dem Prinzip des Lebens und der Gottheit kann der Mensch wirklich existieren. Darum hat Gott gesagt, wenn der Mensch dieses Gebot nicht einhält, wird er sterben, das heißt, er wird sich als etwas anderes als Gott darstellen, anders als die Quelle des Lebens. Natürlich handelt es sich dabei um den Zweck und die Art der Existenz des Menschen, weil der Mensch, als Person und viele Personen, weiterhin distinkt bleibt. Nur die Art des Lebens muss mit dem von Gott einheitlich sein. Und das mag wohl das beste Verständnis in Analogie zur Heiligen Dreifaltigkeit sein. Es ist nur ein Gott, eine allmächtige Gottheit, allwissend, allkönnend, all… usw. Aber in dieser Einheit des Seins gibt es drei verschiedene und besondere Personen, welche aber mitteilen alle Attribute der Gottheit, dh die Einheit des Willens, des Gefühls und Denkens. All dies ohne sich zu verwechseln oder zu verschmelzen. Das sollte auch die Realität für die Menschen sein, die untereinander und mit Gott vereint sein sollten, wie Jesus im Garten von Gethsemane betete, dass seine Nachfolger alle eins sein sollten, nach dem Muster der Heiligen Dreifaltigkeit.

Wenn man also sündigt, denkt er, er könne ein anderes Leben leben, das parallel zu der von Gott präsentierten Lebensweise wäre. Darum heißt es, dass der Teufel der Betrüger oder der Lügner und der Vater der Lüge ist, weil er Realitäten vorstellt, die es nicht gibt, Phantasien, die keine wirkliche Unterstützung haben, denn die einzige ontologische Wirklichkeit ist Gott. Darum stirbt der Mensch nicht sofort nach dem Sinken in die Sünde, wie es ihm der Teufel irgendwie prophezeite. Er wusste über die ontologische Wirklichkeit, aber er denaturierte sie und präsentierte dem Menschen verfälscht. Deswegen obwohl der Mensch weiterhin lebendig war, konnte er das wahre Leben, dh Gott nicht mehr sehen und erleben. In dieser denaturierten Wirklichkeit ist Gott nicht mehr so ​​transparent. Gott wird erlebt und gesehen nur von denen, die Ihn suchen, bzw. nicht gesehen und ignoriert von denen die versuchen wollen, ohne Ihn zu leben. Darum, obwohl der Mann geistig verstorben ist, da er abgeweicht und nicht mehr mit Gott lebt, wurde dieser ontologische Tod für eine gewisse Zeit verschoben, so dass der Mensch die Konsequenzen seines Handelns erkennen könnte. Darum wurde der Zugang zum Baum des Lebens verhindert, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, den sündhaften Sturz und seine Konsequenz zu verstehen und vor allem zum Gott zurückzukehren. Wie ihr alle wisst, war der Himmel für alle Menschen vor Christus, auch für Mose oder für alle Gerechte des Alten Testaments zu. Denn der Himmelreich durch der Erlöser geöffnet wurde.

Dadurch verstehen wir, dass der körperliche Tod von Gott zugelassen wurde, um den wahren Tod zu erkennen, der durch die illusorische Schöpfung einer anderen Ordnung oder Wirklichkeit entsteht, als die einzige Ordnung und Wirklichkeit, die existieren. In diesem Sinne hat die Sünde den geistigen Tod gebracht, indem die Sünde eine Entfernung von Gott, der Quelle des Lebens, ist. Der fleischliche Tod führt uns aus diesem von der Sünde geprägten Leben aus, mit der Möglichkeit, wieder ins Paradies einzutreten, vollkommen und mit Gott vereint.

Dieses negative Feedback bringt die die Welt wieder in Ordnung. Das heißt, durch die Sünde sind wir von Gott weggezogen, und durch den Tod kehren wir wieder zur ewigen Wirklichkeit des Gottes zurück. Natürlich nur, wenn man das möchte…

Auch hier können wir noch über die Möglichkeit der Beerdigung in der Orthodoxie sprechen. Die einzige Methode, die die Orthodoxe Kirche empfiehlt, ist das Begräbnis. Die Verbrennung ist in der orthodoxen Kirche nicht erlaubt. Das kommt aus der Wertschätzung des Leibes des Menschen. Gott ist Fleisch geworden, ist im Leib gewandelt, mit dem er im Grab nach dem Tode am Kreuz lag, und mit dem er in den Himmel aufging und mit dem er im Ewigkeit bleiben wird, in dem er auch die Narben seiner Nägel und Leidenschaften trägt. Der Mensch ist nicht ganz ohne seinen Körper, so wie Christus nicht ganz ohne seinen Körper ist. Darum gibt es in den Worten des Apostels Paulus nicht nur den Kopf – Christus ohne seinen Leib – die Kirche und umgekehrt. Durch seinen Körper ist Christus heilend, sein Körper ist der Sitz seiner Energie, durch Spucken heilte und durch das Wort, welches in seinem Fleisch gegliedert wurde, streitet er das Meer und den Sturm. Die Seele bleibt nach dem Tod des Leibes weiterhin, wird erneut am Ende der Welt wieder mit seinem Leib vereinigt.

* Vortrag am Tag des offenen Friedhofes, 16.09.2017, St. Matthäus-Friedhof, Chemnitz

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