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14955926_591382151045629_675139373759333050_nLesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Epheser (2,14-22).

Brüder; Christus ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen. Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (15, 12-15):

In jener Zeit, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Liebe Geschwister in Christus,

das heute gelesene Evangelium, an diesem Tag der FriedensDekade, teilt uns einen sehr eindrucksvollen Moment vor dem Leiden Christi aus. Hier kündet Christus sein oberstes Gesetz, aber auch sein Ziel: „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“. Das ist auch der Sinn des Lebens: die wahre Liebe zu gewinnen. In der heutigen „politisch korrekten“ Welt spricht man oft über Toleranz und Liebe, versteht man dadurch leider oft verzehrte und entwürdigte Formen der Liebe. Aber Christus zeigt uns, was die wahre Liebe bedeutet: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“. Das ist die wahre Liebe, wenn man im Dienst anderen sogar bis zum Tod sich hingibt, und nicht wenn man seine Ideen und Vorstellungen anderen eindrängen will, teils bis zur Vernichtung. Und hier haben wir auch das Beispiel Jesu: Er hat Sich für uns geopfert, als wir noch Sünder waren, um uns mit Gott zu ver-einen. Er opfert sich für uns, breitet seine Arme auf dem Kreuz auf, um uns alle zu umarmen und zusammen zu Gott zu bringen. Deswegen ist auch das Kreuz nicht mehr ein Symbol der Folterung, wenn wir versuchen Gott umzubringen, sondern ein Bild und Vorbild der wahren göttlichen vollkommenen Liebe, welche die ganze Welt umfasst. Wenn wir diese Liebe erlangen werden, wenn wir Christus auf das Kreuz der desinteressierten und opfernden Liebe folgen werden können, dann können wir auch seine Freunde genannt werden.

Wie in dem heute gelesenen Epheserbrief, Christus  „ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder…, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet“. Nur wenn wir Jesus folgen, d.h. wenn wir machen, was er uns aufträgt, und nur wenn wir uns mit ihm eins werden, in Rahmen des mystischen Lebens der Kirche, nur dann werden wir wahrhaftig „im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut werden“ (Ephes. 2,14-22), werden wir eins miteinander werden, wie ein einzelner Mensch, und dadurch auch eins in Christus mit Gott zu sein.

Liebe Geschwister in Christus,

Nach dem Fall Adams und bis heutzutage, Bruder schlägt seinen Bruder tot, wenn er Gott verachtet, wenn er die Sünde treibt. Fangend mit Abel und die Knaben von Herodes getötet an, sind die Menschen, die in Verbindung mit Gott sind beziehungsweise Gott in Person Christi und der Christen einverleibt, erniedrigt, am Rand der Gesellschaft getrieben, verfolgt und sogar ermordet. Von seiner Geburt an bleibt der Christentum bis heutzutage am meisten verfolgter Glaube in der ganzen Welt.  Nach Angaben des Internationalen Instituts für die Religionsfreiheit (International Institute for Religious Freedom) hat die Verfolgung Christi im vorigen Jahr einen unerwünschten Gipfel erreicht, denn es sind mehr als 7100 Christen aufgrund ihres Glaubens ermordert worden. Und der Krieg ist noch nicht zum Ende gekommen…

Der Frieden können wir in drei Ebenen verstehen:

  1. die Ebene der geistlichen unsichtbaren Welt,
  2. die Ebene der sichtbarer Welt, und
  3. der persönlichen innerlichen Welt, jedes Einzelnen.

Auf der Ebene der geistlichen Welt gibt es eigentlich kein Krieg, wie einige manchmal zwischen Gott, bzw. seinen Engeln, und den Teufel sich vorstellen würden. Wie das Dunkel nichts gegen das Licht kann, hat auch der Teufel keine Macht, er ist von Anfang an der Verlorene. Da wir nur in den Ebenen der sichtbaren und der innerlichen Welt Frieden brauchen, sagte Christus nach seiner Auferstehung zwei Mal „Friede euch!“. Andererseits, wenn wir den wahren geistlichen Frieden gewonnen haben, d.h. wenn wir eins mit Christus geworden sind, wenn wir aus dem Tod der Sünde auferstanden sind, wer kann uns noch stören: „Was kann uns von der Liebe Christi scheiden? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Rö. 8,35-39). Das heißt, nur durch unsere vertrauliche und tiefsinnige Einigung oder Eins werden mit Christus in seinem Heiligen Geist, können wir den wahren Frieden und das ewige Leben bekommen, können wir wahrhaftig Söhne Gottes werden, zur Ehre Allerhöchsten Dreifaltigkeit und zu unserem Heile. Amen.

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