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© Gabriela Mihaita David

© Gabriela Mihaita David

Liebe Geschwister in Christus,

das heute gelesene Evangelium ist das Evangelium vor der Taufe Christi und es zeigt die notwendige Vorbereitung für den Empfang Christi und Seiner Offenbarung.

Der Heilige Evangelist Markus beginnt sein Evangelium mit den Worten „Der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“, nicht um den Anfang seines Buches abzugrenzen, sondern um zu zeigen, dass die Verkündigung Christi bereits durch die Propheten des Alten Testaments angefangen hat. Davon war Johannes der Täufer der Letzte.

Evangelium bedeutet „Die gute Nachricht“ und „Das Evangelium von Jesus Christus“ bedeutet sowohl, dass Jesus Christus ist derjenige, der gute Nachricht bringt, aber auch, dass das Wesen der guten Nachricht in Werk, Leben und Lehre Jesu Christi gegenwärtig ist und darin besteht. Gottes Wort und Sohn hat durch die Propheten des Alten Testaments gesprochen und durch Menschwerdung in der historischen Person Jesu Christi die gute Nachricht für die Welt vervollkommnet. Der letzte dieser Propheten, der ebenfalls die Erfüllung seiner Prophezeiung erlebt hat, ist Johannes der Täufer.

So würdig und gerecht war er, dass er selbst von anderen großen Propheten zuvor prophezeit und vorhergesehen wurde. Zum Beispiel sagte Jesaja über ihn, dass er „eine Stimme in der Wüste“ ist und sagt: „Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige richtig!“

Die geographische Wüste, wo dieser letzte Prophet des Alten Testaments lebte und wirkte, hat viele geistliche Bedeutungen. Auf der einen Seite sehen wir, dass wir, um die Nähe Gottes intensiver zu erleben, Momente der Einsamkeit brauchen. Wir müssen nur mit Gott allein sein. Es ist nicht notwendig, buchstäblich in der Wüste zu leben, aber manchmal müssen wir einsam sein und näher bei Gott, um anschließend in der Lage zu sein, wieder in die Welt zurückzukommen und das Leben lebendiger und wirklicher zu leben. Die Wüste ist ein Ort der Leere, des Nichts, des Vakuums. Deswegen wird in dieser Landschaft das leise Wort Gottes besser gehört, kann man die Gegenwart Gottes leichter wahrnehmen.

Auf der anderen Seite, nur durch Entleerung von sich selbst, von Leidenschaft und von Selbstbezogenheit, nur durch die Beobachtung unserer eigenen Wüste von guten Taten kann man Platz machen, um Gott zu empfangen. Dann können wir umkehren und die Taufe zur Vergebung der Sünden empfangen.

Im Weiteren sehen wir , dass Johannes der Täufer ein sehr strenges Leben führte: „er war bekleidet mit Kamelhaaren und mit einem ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und wilden Honig“. Seine Kleidungen und Nahrung zeigen, dass er sich mehr auf das spirituelle Leben konzentrierte. Die Tatsache, dass er Heuschrecken und wilden Honig aß, zeigt, dass der heilige Johannes sich geistig vor allem mit Fasten und Gebet ernährte. Obwohl er Mensch aus Fleisch war, lebte er wie ein Engel. Deshalb wird er in Ikonen mit Engelsflügeln gemalt.

Gleichzeitig, obwohl er ein so heiliges Leben führte, hielt sich der heilige Johannes nicht einmal für würdig, der geringste Diener der Erlösers zu sein, weil der kleinste Diener die Aufgabe hat, „die Riemen seiner Schuhe aufzulösen“. Ein rabbinisches Sprichwort besagt, dass der Schüler seinem Lehrer wie ein Diener helfen sollte, wenigstens die Riemen seiner Schuhe zu lösen. Durch diese große Demut verstehen wir, dass auch wir die Versuchung überwinden müssen, uns als etwas in sich selbst abgeschlossenes zu betrachten, sondern nur Christus, der allein wirklich ist und bleibende Wirklichkeit hat. Ebenfalls sehen wir, dass der Mensch mit größerer Demut und Selbstentäußerung Gott angenehm wird. Gott wird herabkommen und ihn vervollkommnen. Deshalb war Johannes der Täufer in der Lage, den Erretter zu taufen und von Ihm „den größten Menschen von einer Frau geboren“ zu nennen. Johannes der Täufer wurde immer wieder von Jesus gelobt und als Beispiel geehrt.

Obwohl Johannes der Täufer Beichte abnahm und Menschen taufte, bezeugte er: „Ich taufe euch mit Wasser; aber Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“. Seine Taufe war eine Taufe der Buße und eine Vorbereitung auf die Taufe von Jesus Christus, ein Symbol für die wahre Taufe mit dem Heiligen Geist. Das bedeutet, daß allein Gott Macht hat, Sünden zu vergeben. Deshalb ist die Taufe im Namen Jesu Christi ist nicht nur eine Taufe der Buße, wie die Taufe des Johannes, sondern eine ganz neue Art des Lebens. Sie bedeutet Tod und Auferstehung mit Christus. Christen sind vollständig in Wasser getaucht und getauft, nicht allein um die Reinigung der Sünden zu symbolisieren, sondern auch, um in Christus zu neuem Leben wiedergeboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.

Liebe Geschwister in Christus,

Jede gute Sache erfordert Ausbildung und Eifer. Ohne Eifer und Anstrengung kommt nichts Wertvolles heraus. Auch das geistliche Leben erfordert viel Anstrengung, um das Himmelreich zu erhalten. Wir haben in der heutigen Apostellesung bemerkt, dass der Apostel Paulus sagte: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten“. Deshalb hat er „die Krone der Gerechtigkeit“ bekommen, die der Herr „allen, die seine Erscheinung lieben“ gibt.

Das heißt, daß das Reich Gottes im Herzen eines jeden Menschen ist. Es wird aber nur sichtbar , wenn man sich vorbereitet, von seinen Sünden befreit und für das Reich Gottes öffnet.

Gott helfe, uns zu bemühen und von unseren Leidenschaften zu reinigen, damit wir die Art unseres Denkens und Seins ändern, um Gott in unserem Herzen und in unserem Leben zu erkennen, zur Ehre der Heiligsten Dreifaltigkeit und zu unserem Heil. Amen.

© Priestermönch Athanasie Ulea

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