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© Gabriela Mihaita David

© Gabriela Mihaita David

– Über den Zusammenhang zwischen Sünde und Leid – Mt. 9,1-8

Liebe Geschwister in Christus,

das heute gelesene Evangelium des 6. Sonntages nach Pfingsten zeigt uns den Zusammenhang zwischen Sünde und Leid. Es zeigt uns aber auch die wahre Genesung des Menschen, die auf die Vergebung der Sünden folgt.

Am vorigen Sonntag haben wir gehört, wie der Erlöser zwei Besessene aus Gadara geheilt hat. Anschließend begab Er Sich in Seine Heimat­stadt. Es heißt dann(V2): „Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu Ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte Er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“

Bevor Er ein Wunder tat, fragte Jesus oft nach Glauben. Und jedes Wunder Jesu ist vom Glauben der Menschen begleitet. Wo kein Glaube war, wirkte Jesus auch kaum Wunder, wie der Hl. Evangelist Matthäus an anderer Stelle berichtet: „Wegen ihres Unglaubens tat Er dort nur wenige Wunder.“ (Mt. 13,58). Somit ist der Glaube des Menschen und seine Offenheit für Gott eine Voraussetzung für seine Heilung, weil Jesus das Wunder in Folge eines starken Glaubens tut.

Wie heute gehört, heilte Jesus den Gelähmten auch in Folge des Glaubens der Träger. Keiner sagte ein Wort, aber der Kenner der Herzen kannte das Bestreben und den Glauben derjenigen, die da zu Ihm kamen. Deswegen sagte er dem Gelähmten sofort: „Hab Vertrauen, Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ Anscheinend widersprüchlich vergab Jesus zuerst die Sünden, wie am Ende einer Beichte, und heilte nicht zuerst den Körper, damit der Mensch bereuen könne.

So erkennen wir, dass Krankheit in den meisten Fällen die Folge von Sünde ist. Deswegen ist die Reue unumgänglich, nicht nur für die Vergebung, sondern auch für die körperliche Genesung. Der Erlöser erblickte in der Seele des Gelähmten die aus den Leiden erwachsende Reue, und sprach ihm deswegen zuerst die Vergebung zu.

Weiter heißt es (V3): „Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.“ Diese Schriftgelehrten hatten einerseits recht, denn allein Gott kann Sünden verzeihen. Andererseits, irrten sie sich, da unser Herr Jesus Christus auch wahrer Gott ist. Sie irrten deshalb, weil „der Körper Jesu die Menschen hinderte, Jesus als Gott zu sehen“, wie der Hl. Johannes Chrysostomos lehrte. Aber Jesus sagt nicht, dass Er Gott sei, sondern zeigt es ihnen. Er zwingt keinen an Ihn zu glauben, sondern durch Vernunft, Logik und Verstand möchte Er die Menschen zum Glauben bringen. Das zeigen Seine nächsten Worte und Taten.

Jesus zeigte, was in ihren Herzen und Gedanken war. Da ist etwas, was nur Gott vermag. Deswegen sagte Er ihnen (V4f):„Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?“

Auch die Wunder Jesu sprechen über Seine göttliche Macht. Keiner hat solche Wunder gewirkt, wie Jesus. Und diese Wunder hat Er gewirkt, nicht um von den Menschen gelobt oder als Gott erkannt zu werden, sondern damit die Mensch sich ändern. Alle Wunder Jesu geschehen zur rechten Zeit und am rechten Ort. Sie geschehen dann, wann der Mensch den Glauben und die Offenheit hat, Gott zu empfangen. Als Gott könnte Jesus alle Menschen aller Zeitalter heilen. Aber das heutige Evangelium zeigt uns, dass Er nicht nur eine Heilung des menschlichen Leibes möchte, welcher heute noch besteht und morgen von Würmern gefressen wird. Sondern durch Glauben möchte Er eine Änderung im Wesen des Menschen zur wahren Erkenntnis Gottes. Auch die Juden glaubten an Gott und haben Ihn trotzdem gekreuzigt. Der wahre Glaube an den Erlöser wird nicht nur den Körper heilen, sondern auch die Sünden verzeihen und die Nähe und die wahre Erkenntnis Gottes ermöglichen.

Im heutigen Evangelium hat Jesus ein vollständiges seelisches und körperliches Wunder gewirkt. Er berücksichtigt Körper und Seele in gleicher Weise und heilt beide zu gleicher Zeit. Er ist nicht nur ein Arzt des Leibes, sondern auch der Seele. Er ist der Gott, der ganz und gar das Gute des Menschen möchte, und heilt Körper und Seele gleichermaßen.

Da Jesus gleichzeitig vollkommen Gott und Mensch ist, hat der ganzheitliche Mensch, bestehend aus Körper und Seele, den gleichen Wert vor Ihm. Deswegen sagt er den Schriftgelehrten weiter (V6): „Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!“

Obwohl er sich selbst „Menschensohn“ nennt, ist Jesus zugleich auch Gottessohn. Kein Mensch kann solche Wunder wirken. Da Jesus auch Gottessohn ist, kann Er gleichzeitig den Körper heilen und die seelischen Sünden verzeihen. Die Sünde ist für Jesus die Krankheit der Seele. Und nur durch Vergebung der Sünden können wir in Wahrheit gesund sein und unseres Leben richtig leben.

Durch Vergebung der Sünden, durch das Wissen der Gedanken und Herzen und durch die Heilung eines Gelähmten hat Jesus Selbst Sein göttliches Wesen offenbart. Aber die Menschen haben das nicht verstanden (V8): „Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat“. Das Volk hat Jesus nicht als Gott erkannt. Dennoch haben sie bemerkt, dass durch Ihn die göttliche Macht zu den Menschen gekommen ist. Seit dem und bis heute werden die Gnade, die Kraft und das Leben Gottes durch Jesus Christus in der Kirche dem Menschen gegeben.

Liebe Gläubige,

am vorigen Sonntag haben sich die ungläubigen Heiden für die Heilung der Besessenen bei Jesus unserem Erlöser nicht bedankt, sondern Ihn aus ihrer Gegend verstoßen. Am heutigen Sonntag nehmen auch die Gläubigen Seine Lehre oder Taten nicht an. Und so ist es bis heute. Fast alle, Gläubige und Ungläubige, verurteilen die Kirche und ihre Tätigkeit in der Welt, obwohl sie für den vollkommenen Menschen, der aus Körper und Seele besteht, lehrt und handelt. Die Kirche schätzt den Menschen am höchsten und möchte sein Bestes, d.h. seine Vervollkommnung und Vergöttlichung, die mit der Sündenvergebung beginnen. Aber gegenüber den Gegnern der Kirche sollen wir gutmütig wie der Erlöser sein, der durch Sein Vorbild und Seine Güte die Welt erobert hat. Auch der Hl. Johannes Chrysostomos meinte: „Güte ist stärker als Gewalt.“

Über die Worte des heutigen Evangeliums meditierend, sagte Vt. Hrisostom Rădășanu: „Der Erlöser möchte uns nicht verschrecken, sondern verändern.“ Seine gesamtes Handeln in den Evangelien und Seine ganzes Heilshandeln in der Kirche durch die Hll. Mysterien sind nur Mittel, um den Menschen zu bewegen sich zu ändern und im Glauben zu wachsen und von Sünden zu genesen. All dies tut Er nur dafür, daß der Mensch in der Wirklichkeit und in Fülle lebt.

Gott helfe uns, Glauben zu zeigen, um die Vergebung der Sünden zu bekommen. Dadurch werden wir aus dem Bett der Lähmung der Sünden aufstehen können und das wahre Leben in Gott und in der Kirche leben, zur Ehre Allerhöchsten Dreifaltigkeit und zum Heile aller. Amen.

© Priestermönch Athanasie Ulea

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